Die Überschrift eines Textes ist das Erste (und meist Einzige), was Leser davon sehen. Umso wichtiger ist esd, dass sie deren Aufmerksamkeit weckt und Lesebereitschaft erzeugt. Dabei können Autoren bewusst auch mit den Emotionen der Leser spielen – indem sie mit ihrer gewählten Formel auf eine Pro- oder Antihaltung beim Empfänger abzielen. 

Wenn wir über gute Überschriften reden, kommen wir – auch als Blogger – an der BILD-Zeitung nicht vorbei. Man muss sich dabei immer vergegenwärtigen, dass dort mehrere 100 Menschen in der Redaktion sitzen, die ausschließlich (!) mit dem Texten knackiger Überschriften beschäftigt sind.

“WIR SIND PAPST” kennt jeder, sie ist mehrfach preisgekrönt und beinhaltet gleich mehrere Kniffe erfolgreicher Headlines:

• Information – sie benennt, was passiert ist

• Personalisierung – „Wir sind“ bezieht ein ganzes Land ein

• Reduzierung – kurz, knapp, auf den Punkt

• Übertreibung – Nur ein einzelner Mensch wird Papst, aber „Ratzinger neuer Papst“ macht nicht halb so viel Gänsehaut

Slide aus meinem Vortrag “Journalistisches Schreiben” bei der Blogger@Work Conference am 25.3.2017

Also bitte stets ein bisschen länger über Überschriften nachdenken – es lohnt sich. Im journalistischen Tagesgeschäft ist die Headline meist das Letzte, was der Autor verfasst. Weil es erst vor dem Hintergrund eines fertigen Textes möglich ist, eine perfekt formulierte Zusammenfassung zu schreiben. Das ist aber natürlich kein Muss – manchmal ist auch bereits vor dem ersten getippten Wort eine starke Headline im Kopf präsent und der Text wird dieser untergeordnet.