Wie oft mir in den letzten Monaten die Phrase „Content is King“ um die Ohren gehauen wurde, kann und will ich gar nicht wissen. Dabei geht es um etwas, das so banal wie auch essenziell ist: Inhalte. Und zwar nicht irgendwelche Inhalte, sondern relevante Inhalte.

Will ein Unternehmen sich mit seiner Marke in der (v.a. digitalen) Flut von Informationen, die tagtäglich auf seine Zielgruppe einströmen, Gehör verschaffen, muss es ihm gelingen, aufzufallen und sich im Gedächtnis zu verankern. Generische Werbeversprechen reichen hierfür nicht aus – es bedarf guter Inhalte. Was „gut“ ist, bestimmt dabei ausschließlich der Empfänger der Botschaft, denn er wählt (bewusst und noch viel öfter unbewusst) aus, mit welchen Inhalten er sich beschäftigt. Ergo ist es Aufgabe des Unternehmens und seiner Kommunikationsstrategen, diese Nuss zu knacken.

Content-Marketing beschreibt letztlich die strategische Konzeption, Erstellung, Verbreitung und Evaluation der durch ein Unternehmen verbreiteten Inhalte auf den genutzten Kanälen. Dabei geht es vor allem um Bedürfnisbefriedigung:

#1 Die Inhalte selbst: Worüber können/wollen wir kommunizieren? Dass es eine starke und unverwechselbare Markenpositionierung gibt, setze ich voraus 😉

#2 Zielgruppe: Was sucht/braucht/liebt/interessiert unsere Zielgruppe (wir sprechen hier von den sogenannten Insights)? Und wie passt das mit #1 zusammen? Welche „Lücke“ kann meine Marke füllen?

#3 Kanal: Welche Kanäle sollen zur Verbreitung der Inhalte genutzt werden (wichtigste Frage auch hier: Wo ist die Zielgruppe anzutreffen)? Welche Chancen/Einschränkungen bringen die Kanäle mit sich? Bin ich auf 140 Twitter-Zeichen-Häppchen beschränkt oder produziere ich Kurzfilme?

#4 Produktion: Die professionelle, kanal- und zielgruppengerechte Produktion guter Inhalte erfordert Kapazitäten (Zeit, Geld, Können). Ohne selbige, geht der Schuss schnell nach hinten los.

#5 Integration: Wer verschiedene Kanäle nutzt, sollte die ausgespielten Inhalte aufeinander abstimmen – das meint nicht Dauerschleife ein und derselben Botschaft, aber das Vermeiden von Irritation durch gegensätzliche Inhalte.

Content-Marketing ist am Ende also irgendwie auch nur alter Wein in neuen Schläuchen. Aber eben guter Wein.