Dirk Schart, Nathaly Tschanz: „Praxishandbuch Augmented Reality für Marketing, Medien und Public Relations“Unsereins, Berater in Sachen wirkungsvolle Kommunikation, soll und will sich stets auf dem Laufenden halten, was Trends und Entwicklungen im eigenen Fachbereich angeht. Dazu zählt auch, nicht auf jeder „heißer Shice“-Welle mitzusurfen. In welche Schublade ich das Thema Augmented Reality (AR) zu stecken habe, war mir bis dato gar nicht so klar. Nach der Lektüre des neuen Praxishandbuchs von Dirk Schart und Nathaly Tschanz weiß ich nun sicher: Es kommt ganz darauf an…

Ein Geständnis gleich vorab: Mal abgesehen von einigen QR-Codes habe ich für meine Kunden bislang noch keine AR-Projekte federführend umgesetzt. Ich nähere mich dem Thema also ebenso neugierig wie unbedarft – und genau an diesem Punkt holt mich das Buch ideal ab. Mit zahlreichen Checklisten und praktischen Anregungen eignet es sich prima als Einstieg, macht den Leser schnell um viele Erkenntnisse reicher und befähigt ihn dazu, Wissen mit Kunden oder Kollegen zu teilen. Und: Es macht Spaß! Etliche Fallbeispiele namhafter Unternehmen, die ich selbst mit meinem Smartphone ausprobieren kann, zeigen, wie vielfältig und inspirierend AR-Anwendungen sind.

Umso größer werden die Augen, wenn AR in Aktion tritt – wenn Produkte zum Leben erweckt, digitale Informationen an reale Objekte geheftet werden oder Verborgenes plötzlich sichtbar wird.

Die Autoren erklären, was genau AR eigentlich ist, wie man es richtig einsetzt und – danke für so viel Direktheit – wann man es am besten lässt. Denn eine AR-Anwendung aus reinem Selbstzweck, die nur auf schnelle Wow-Effekte abzielt, ist pure Zeit- und Budgetverschwendung.

Der große und entscheidende Vorteil von (gut gemachter) AR liegt darin, für die jeweilige Zielgruppe im rasenden Informationsstrom einen Ankerpunkt zu setzen. Durch spielerische Interaktion spricht AR mehrere Sinne des Empfängers an und bewirkt damit, dass sich die gewünschten Botschaften nachhaltiger verankern. Dabei kommt es – wie sollte es anders sein – auf guten Content an. Konkret bedeutet das: Mehrwert, Infotainment, Relevanz.

Mein persönliches Highlight: Das Kapitel 6, in dem der Weg von der Idee zur fertigen App in zehn Meilensteinen beschrieben wird. Es veranschaulicht nicht nur den Prozess, sondern auch zahlreiche konzeptionelle, technische und rechtliche Stolpersteine.

Angerissen, aber nicht wirklich zu Ende geführt, wird die Diskussion um die Bedeutung von AR im größeren Kontext. AR ersetzt kein Medium im klassischen Medienmix – es ergänzt sie. AR verstärkt die Verschmelzung der Kommunikationsdisziplinen Marketing und PR – integriert denken, Leute. Aber gut, das war auch nicht die Hauptintention des Buches.

Fazit: Unbedingte Leseempfehlung für alle Einsteiger ins Thema Augmented Reality – und auch für Fortgeschrittene, denn die unzähligen Link- und Literaturtipps ermöglichen auch die fachliche Vertiefung einzelner Aspekte.

Titel: Praxishandbuch Augmented Reality für Marketing, Medien und Public Relations; Autoren: Dirk Schart, Nathaly Tschanz, Verlag: UVK 2015; 190 Seiten; 29,99 Euro; ISBN 978-3-86764-602-4

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